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  • Rechtsradikal? Melbourne-Sensation reagiert auf Kritik

    Auf dem Court sorgt Tennys Sandgren seit Beginn der Australian Open für ausschließlich positive Schlagzeilen.

    Der US-Amerikaner steht nach Siegen über die Superstars Stanislas Wawrinka und Dominic Thiem sensationell im Viertelfinale des ersten Grand Slam Turniers des Jahres und trifft dort auf den Südkoreaner Hyoen Chung, der genauso überraschend in die Runde der letzten acht vorgestoßen ist.

    Mit dem sportlichen Erfolg wächst selbstverständlich auch das mediale Interesse am 26-jährigen US-Amerikaner mit dem kuriosen Vornamen, der mehr mit seinen schwedischen Wurzeln als mit seiner bevorzugten Sportart zu tun hat.

    Allerdings musste Sandgren zuletzt nicht nur Fragen nach seinem Namen oder seinem Erfolgsgeheimnis ("Ich versuche so viel zu schlafen, wie es irgendwie geht") beantworten. Auch seine vermeintliche politische Gesinnung ist inzwischen zum Thema geworden.

    Mehr als 2000 Tweets gelöscht

    Auf Twitter folgt der streng gläubige Christ nämlich zahlreichen umstrittenen politischen Figuren vom rechten Flügel, kommentiert und teilt regelmäßig deren Beiträge.

    Oder besser: Er folgte diesen Kanälen. Denn nach zahlreichen kritischen Nachfragen löschte Sandgren mittlerweile all seine Tweets der vergangenen fünf Jahre.

    Dabei hatte der Sensations-Viertelfinalist zuvor noch betont, dass mit seinen Twitter-Abos keinerlei Sympathien einhergehen würden: "Wem ich auf Twitter folge, spielt überhaupt keine Rolle. Zu denken, ich würde glauben, was diese Person glaubt, ist verrückt und lächerlich."

    Sandgren weist Nähe zurück

    Sandgren bezeichnete sich selbst als politisch konservativ und betonte, er wolle sich alle Sichtweisen anhören. Das gehöre für ihn zur Meinungsfreiheit dazu.

    Auf die Frage, ob er die ultra-konservativen Alt-Right-Bewegung unterstütze, antwortete der 26-Jährige klar: "Das tue ich nicht. Ich finde einige der Inhalte interessant. Als guter Christ unterstütze ich aber solche Dinge nicht. Ich unterstütze Christus und folge ihm."

    Dennoch schien ihm die Verbindung zu Personen wie Nicholas Fuentes, einem jungen Nationalisten, der zum Beispiel die Meinung vertritt, Multikulti in den USA sei "wie Krebs", nun wohl zu brenzlig.

    Noch am 15. Januar, also zu Beginn der Australian Open, retweete Sandgren einen Beitrag von Fuentes. Dieser wiederum teilte nach Sandgrens Coup gegen Thiem einen Tweet, in dem dem besten US-Profi bei den Australian Open auf sehr spezielle Art und Weise gratuliert wurde: "Tennys Sandgren, der es ins Viertelfinale der Australian Open geschafft hat, ist ein großer Fan von Nicholas Fuentes und America First! Wir haben die besten Athleten, nicht wahr!"

    Schwulenfeindlicher Tweet

    Auch einige Meinungsäußerung von Sandgren selbst, der nie eine öffentliche Schule besuchte, sondern zusammen mit seinem Bruder von seiner Mutter zu Hause unterrichtet wurde, irritierten.

    "Bin gestern Nacht in eine Schwulenbar gestolpert ... meine Augen bluten immer noch", schrieb er einmal auf Twitter.

    2016 äußerte sich Sandgren auch zum sogenannten Pizzagate, einer Verschwörungstheorie, die Hillary Clinton während des Präsidentschaftswahlkampfes mit Menschenhandel und Kindesmissbrauch in Verbindung brachte. "Es ist krankhaft und die gesammelten Beweise sind zu viel, um sie zu ignorieren", twitterte Sandgren damals.

    Vor dem größten Match seiner Karriere hat der Shootingstar nun all diese streitbaren Inhalte entfernt. Daran, dass auf Sandgrens Melbourne-Märchen dennoch schon jetzt ein Schatten liegt, dürfte das aber nichts mehr ändern.



  • Australian Open: Kerber kämpft ums Halbfinale

    In Melbourne steht mit den Australian Open (täglich im LIVETICKER) das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres an. Vom 15. bis zum 28. Januar steigt das mit 50 Millionen australischen Dollar dotierte Hartplatz-Turnier. 

    In der Nacht auf Montag erreichte Angelique Kerber, die letzte verbliebene deutsche Hoffnungsträgerin, das Viertelfinale. Die einstige Nummer eins der Welt schaltete Su-Wei Hsieh aus Taiwan aus.

    Jetzt will Kerber noch mehr. Im Viertelfinale trifft sie in der Nacht auf Mittwoch auf die US-Amerikanerin Madison Keys (ab 1 Uhr im LIVETICKER)

    Am Tag vor dem Spiel suchte Kerber die Abgeschiedenheit. Die 30-Jährige mied die Hektik des Melbourne Parks und bereitete sich an einem unbekannten Ort auf das Duell vor.

    "Ich weiß, was ich zu erwarten habe. Ich weiß, dass sie hart schlägt und einen großartigen Aufschlag besitzt", sagte Kerber über Keys. Siebenmal haben sich die Konterspielerin aus Kiel und die stets attackierende US-Open-Finalistin des Jahres 2017 bereits gegenübergestanden, sechsmal setzte sich Kerber durch.

    Kaum eine Spielerin agiert so offensiv wie die von Dieter Kindlmann aus Sonthofen und der ehemaligen Weltranglistenersten Lindsay Davenport trainierten Keys, und keine hat damit derzeit so viel Erfolg wie die Weltranglisten-20. in Melbourne. Noch nicht einen Satz hat Keys abgegeben, im Achtelfinale ließ sie der an Position acht gesetzten Französin Caroline Garcia keine Chance.

    Bei den Herren ist nach dem dramatischen Aus von Rafael Nadal von den "Big Four" nur noch Titelverteidiger Roger Federer im Rennen. Der Schweizer trifft in seinem Viertelfinale am Mittwoch auf Tomas Berdych (ab 9 Uhr im LIVETICKER).

    SPORT1 begleitet ausgewählte Spiele wie gewohnt im LIVETICKER.

    Die Partien am Mittwoch (23. Januar):

    Rod Laver Arena:
    1. Match: Angelique Kerber (GER) - Madison Keys (USA)
    2. Match: Tennys Sandgren (USA) -  Chung Hyeon (KOR)
    3. Match: Simona Halep (ROM) - Karolina Pliskova (CZE)
    4. Match (1. Match Night Session): Roger Federer (CH) - Tomas Berdych (CZE)

    Wo können Sie die Australian Open LIVE verfolgen?

    Eurosport überträgt den ersten Grand Slam des Jahres auf seinen beiden TV-Sendern und im Livestream via Eurosport Player.

    SPORT1 begleitet ausgewählte Spiele wie gewohnt im LIVETICKER.



  • Wozniacki trifft auf Debütantin im Halbfinale

    Die Belgierin Elise Mertens hat ihren überraschenden Siegeszug bei den Australian Open fortgesetzt und das Halbfinale erreicht.

    Die 22 Jahre alte Melbourne-Debütantin setzte sich gegen die an Position vier gesetzte Jelena Switolina aus der Ukraine nach 1:13 Stunden mit 6:4, 6:0 durch. Am Donnerstag spielt Mertens gegen Caroline Wozniacki (Dänemark/Nr. 2) um den Einzug ins Endspiel.

    Mertens hatte bereits das Vorbereitungsturnier Anfang Januar in Hobart/Tasmanien gewonnen, ihre bislang einzige Niederlage in diesem Jahr kassierte sie beim Hopman Cup in Perth gegen Angelique Kerber (Kiel).

    In Melbourne spielt Mertens erst ihr fünftes Grand-Slam-Turnier, dreimal schied sie in der ersten Runde aus. Bei den French Open in Paris erreichte sie 2017 die dritte Runde.

    Wozniacki setzte sich weit nach Mitternacht gegen die Spanierin Carla Suarez Navarro 6:0, 6:7 (3:7), 6:2 durch, die 27-Jährige verwandelte um 1.37 Uhr Ortszeit den Matchball.

    Wozniacki darf damit weiter auf ihren ersten Grand-Slam-Titel hoffen, in Melbourne hatte sie 2011 schon einmal das Halbfinale erreicht.



  • Verletzungsdrama: Nadal gibt auf

    Vorjahresfinalist Rafael Nadal (31) hat bei den Australian Open in Melbourne im Viertelfinale aufgegeben.

    Der Weltranglistenerste aus Spanien brach das Match gegen den früheren US-Open-Champion Marin Cilic nach 3:47 Stunden beim Stand vom 6:3, 3:6, 7:6 (7:5), 2:6, 0:2 ab. Im vierten Satz hatte sich Nadal an der Leiste behandeln lassen, ab diesem Zeitpunkt fehlte ihm sichtlich die Kraft.

    Seit dem Ende der Saison 2017 hat Nadal körperliche Probleme, beim Saisonfinale in London hatte er wegen Kniebeschwerden nach nur einem Match aufgegeben. Erstmals in seiner Karriere war Nadal ohne ein offizielles Vorbereitungsmatch nach Melbourne gekommen, machte in den ersten Runden jedoch einen starken Eindruck und gab nur im Achtelfinale einen Satz ab.

    Der Kroate Cilic (29) trifft in seinem zweiten Halbfinale in Melbourne nach 2010 auf den Briten Kyle Edmund. Der Weltranglisten-49. hatte sich zuvor gegen ATP-Weltmeister Grigor Dimitrow (Bulgarien) 6:4, 3:6, 6:3, 6:4 durchgesetzt.



  • DTB-Kader für Davis Cup steht fest

    Mit dem Weltranglistenvierten Alexander Zverev, dafür ohne seinen angeschlagenen Bruder Mischa tritt das deutsche Davis-Cup-Team zum Erstrundenduell gegen Australien in Brisbane (2. bis 4. Februar) an.

    Das gab der Deutsche Tennis Bund (DTB) am Dienstag bekannt. Neben Zverev nominierte Teamchef Michael Kohlmann Peter Gojowczyk (München), Jan-Lennard Struff (Warstein) und Tim Pütz (Frankfurt).

    Hoffnung ruht auf Zverev

    "Ich hoffe, dass Sascha seine Niederlage in der dritten Runde der Australian Open schnell verkraftet und in Brisbane zeigen wird, zu welch großartigen Leistungen er fähig ist", sagte Kohlmann über seine Nummer eins, die in Melbourne überraschend in fünf Sätzen gegen den Südkoreaner Chung Hyeon verloren hatte

    "Auch wenn sein Saisonstart nicht perfekt verlaufen ist, bin ich zuversichtlich, dass er im Davis Cup topmotiviert antreten wird."

    (DAZN zeigt den Davis Cup live. Jetzt kostenlosen Testmonat sichern!)

    Lob für Struff

    Während ein Teil des Teams bereits im Trainingslager an der Gold Coast weilt, steht Struff im Doppel-Halbfinale von Melbourne und reist erst später nach.

    "Jan hat sich zu einer wichtigen Säule in unserem Team entwickelt. Er hat in diesem Jahr bereits Tomas Berdych besiegt und zudem in Melbourne gegen Roger Federer eine starke Partie gespielt", lobte Kohlmann den 27-Jährigen, der in Abwesenheit der Zverev-Brüder im September in Lissabon mit zwei Siegen den Klassenerhalt gesichert hatte.

    Australien startet mit Nick Kyrgios und dem 18 Jahre alten Top-Talent Alex De Minaur. Teamchef Lleyton Hewitt nominierte zudem Jordan Thompson, John Millman und Doppelspezialist John Peers. Seit dieser Saison dürfen fünf statt vier Spieler zum Davis-Cup-Team gehören.

    Kohlmann entschied sich dagegen, einen Ersatz für Mischa Zverev, den ein Infekt und eine Schulterverletzung beeinträchtigen, in die Mannschaft zu holen.



  • Die Gründe für Kerbers grandioses Comeback

    Nur ein paar Wochen hat Angelique Kerber gebraucht, um ein ganzes Jahr fast vergessen zu machen.

    Bei den Australian Open steht die Kielerin im Viertelfinale, in der Nacht zum Mittwoch könnte sie ihre eindrucksvolle Siegesserie in diesem Jahr fortsetzen.

    Ein Erfolg gegen Madison Keys aus den USA (ab 1 Uhr im LIVETICKER) wäre nicht nur gleichbedeutend mit dem Halbfinal-Einzug, es wäre auch der 14. Sieg im 14. Spiel im Jahr 2018.

    SPORT1 erklärt, was hinter dem atemberaubenden Comeback der ehemaligen Nummer 1 der Weltrangliste steckt.

    Trainerwechsel:

    Über viele Jahre hinweg waren Kerbers sportliche Leistungen eng verbunden mit Torben Beltz. Der Trainer hatte sie schon betreut, als sie als 16-Jährige in die Damen-Tour einstieg.

    Er führte sie 2016 auch zu zwei Grand-Slam-Titeln und an die Spitze der Weltrangliste. Doch im vergangenen Jahr konnte auch er Kerbers dramatischen Abstieg nicht verhindern. Es musste zur Trennung kommen.

    So schmerzhaft sie auch war, für ihre Karriere hätte sie keine bessere Entscheidung treffen können. Unter dem neuen Trainer Wim Fissette fand die 30-Jährige die Freude am Tennis wieder - und zurück zu alter Stärke.

    Psyche:

    Mit dem Belgier, der sehr gut deutsch spricht, hat Kerber ausführlich das völlig missratene Jahr bilanziert. Sie selbst hat 2017 abgehakt, ihre Lehren gezogen und schaut nun nur noch nach vorn.

    "Die wichtigste Lektion war, den eigenen Wert als Person nicht über sportliche Erfolge zu definieren und die Weltrangliste nicht zum Maßstab aller Dinge werden zu lassen. Zu verstehen, dass ich der gleiche Mensch bin, ob ich nun gewinne oder verliere", schrieb sie neulich in einem Gastbeitrag für die Zeit.

    Diese Erkenntnis brachte sie auch sportlich weiter. Sie kann mit Druck wieder besser umgehen, wie im Achtelfinale gegen Hsieh Su-Wie aus Taiwan. 4:6 und 4:5 stand es aus ihrer Sicht, doch sie behielt die Nerven, kämpfte sich zurück - und zog schließlich mit einem Dreisatzsieg noch ins Viertelfinale ein.

    Physis:

    Dass sie das Match nach 2:08 Stunden im Glutofen von Melbourne erfolgreich beendete, spricht auch für ihre gestiegene körperliche Fitness. Im Gegensatz zu ihrer Gegnerin konnte Kerber im dritten Satz noch einmal zulegen und gewann klar mit 6:2.

    "Das Ziel ist, dass sie wieder um jeden Punkt kämpft", sagt ihr neuer Trainer Fissette. Das tut sie bei den Australian Open bislang eindrucksvoll.

    Aufschlag:

    Fissette arbeitet mit Kerber aber nicht nur an grundlegenden Aspekten von Psyche und Physis. Auch einzelne Schläge werden genau analysiert, um sie anschließend zu verbessern.

    Am auffälligsten ist das derzeit beim Aufschlag zu sehen. Der ist viel stabiler als zuletzt und schon jetzt zu einem entscheidenden Faktor in ihrem Spiel geworden.

    Gegen Maria Scharapowa in der dritten Runde hat sie unglaubliche 86 Prozent der Punkte gewonnen, wenn ihr erster Aufschlag ins Spiel kam. In der ersten und dritten Runde landeten jeweils 71 Prozent der Aufschläge im Feld, auch das ist ein außergewöhnlich hoher Wert.

    Erinnerungen:

    Nicht zuletzt beflügeln Kerber auch die positiven Erfahrungen, die sie in Australien im Laufe ihrer Karriere gemacht hat.

    In Melbourne steht sie bereits zum fünften Mal in der Runde der besten 16. Hier erfüllte sie sich vor zwei Jahren erstmals ihren großen Traum von einem Grand-Slam-Triumph.

    Noch drei Siege, und sie könnte am kommenden Samstag in der Rod Laver Arena auch ihr unglaubliches Comeback krönen.



  • Zverev kassiert harte Strafe und legt Einspruch ein

    Tennisprofi Mischa Zverev kommt seine Aufgabe in der ersten Runde der Australian Open teuer zu stehen. Der 30-Jährige muss 45.000 Dollar (ca. 36.700 Euro) Strafe zahlen, weil er angeschlagen in die Partie gegen den Südkoreaner Chung Hyeon gegangen war und das Match nicht beendet hatte. 47.000 Dollar hatte Zverev als Preisgeld bekommen.

    Sein Manager Patricio Apey teilte mit, Berufung gegen die Entscheidung eingelegt zu haben. Zverev hatte das Match gegen Chung, der mittlerweile im Viertelfinale angekommen ist, beim Stand von 2:6, 1:4 abgebrochen.

    Kohlmann sagt Einspruch voraus

    Vor der Saison hatten die vier Grand-Slam-Turniere die Regeln für Aufgaben in der ersten Runde verschärft. Damit soll verhindert werden, dass kranke oder verletzte Spieler nur wegen der Prämie antreten. Ziehen sie bereits vor dem Match zurück, dürfen sie sich das Preisgeld mit dem nachrückenden Lucky Loser teilen.

    Mischa Zverev war von einer Knochenhautentzündung in der linken Schulter und von einem Infekt beeinträchtigt gewesen. Der Viertelfinalist des Vorjahres war der einzige unter 256 Spielerinnen und Spielern in Melbourne, der in der ersten Einzelrunde aufgab. Insgesamt vier Spielerinnen und Spieler zogen bereits vor ihren Auftaktmatches zurück.

    Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann, der hofft, dass sich Zverev bis zum Auswärtsspiel in Brisbane (2. bis 4. Februar) wieder erholt, nannte die Strafe "drastisch". Mit seiner Vermutung, "da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen", sollte er Recht behalten.



  • Überraschung! Edmund schockt Dimitrow

    Trotz der Hüftoperation des früheren Weltranglistenersten Andy Murray rückt der erste britische Triumph bei den Australian Open seit 84 Jahren in Reichweite.

    Kyle Edmund (23) setzte sich im Viertelfinale gegen den bulgarischen ATP-Weltmeister Grigor Dimitrow überraschend mit 6:4, 3:6, 6:3, 6:4 durch und spielt am Donnerstag gegen Rafael Nadal (Spanien/Nr. 1) oder Marin Cilic (Kroatien/Nr. 6) um den Einzug ins Endspiel.

    Für Edmund, Nummer 49 der Weltrangliste, ist sein Siegeszug in Melbourne der bislang größte Erfolg seiner Karriere. Bei einem der vier Majors war er bis dato nie über das Achtelfinale hinausgekommen.

    Der in Südafrika geborene Edmund ist überhaupt erst der sechste Brite in der Geschichte des Profitennis, der im Halbfinale eines Grand Slams steht.

    Letzter britischer Sieger bei den Australian Open war Fred Perry im Jahr 1934. Murray (30), der sich kurz vor dem Turnierbeginn in Melbourne hatte operieren lassen, stand beim ersten Grand Slam der Saison fünfmal im Finale, den Titel holte der zweimalige Olympiasieger jedoch nie.



  • Halbfinale! Debütantin sorgt für Sensation

    Die Belgierin Elise Mertens hat ihren überraschenden Siegeszug bei den Australian Open fortgesetzt und das Halbfinale erreicht.

    Die 22 Jahre alte Melbourne-Debütantin setzte sich gegen die an Position vier gesetzte Jelena Switolina aus der Ukraine nach 1:13 Stunden 6:4, 6:0 durch. Am Donnerstag spielt Mertens entweder gegen Caroline Wozniacki (Dänemark/Nr. 2) oder Carla Suarez Navarro (Spanien) um den Einzug ins Endspiel.

    Mertens hatte bereits das Vorbereitungsturnier Anfang Januar in Hobart/Tasmanien gewonnen, ihre bislang einzige Niederlage in diesem Jahr kassierte sie beim Hopman Cup in Perth gegen Angelique Kerber (Kiel).

    In Melbourne spielt Mertens erst ihr fünftes Grand-Slam-Turnier, dreimal schied sie in der ersten Runde aus, bei den French Open in Paris erreichte sie 2017 die dritte Runde.



  • Aus unter Schmerzen: Djoker spürt Zahn der Zeit

    Kampflos wollte sich Novak Djokovic nicht seinem Schicksal ergeben. Also biss der Serbe auf die Zähne.

    Mit der letzten Kraft, die ihm geblieben war, stemmte sich Djokovic in der Rod-Laver-Arena gegen das Aus, kämpfte 3:21 Stunden verbissen gegen die Niederlage und musste doch einsehen: Die nächste Generation ist auf dem Vormarsch, zumindest ihn hat sie bereits eingeholt.

    Djokovic, 30, unterlag im Achtelfinale angeschlagen dem 21-jährigen Südkoreaner Chung Hyeon 6:7 (4:7), 5:7, 6:7 (3:7).

    Djokovic: "Muss die Umstände akzeptieren"

    Sein seit Monaten lädierter Ellbogen habe zum Ende des ersten Satzes angefangen, stärker zu schmerzen, sagte Djokovic: "Ich muss die Umstände akzeptieren, auch wenn es frustrierend ist."

    Dennoch lobte er Chung, der eine jüngere und zumindest derzeit fittere Ausgabe seiner selbst ist: "Er war wie eine Wand. Beeindruckend. Er hat sich den Sieg verdient." 

    Zwei Tage nach seinem Fünfsatzsieg über den Weltranglistenvierten Alexander Zverev zog Chung als erster Südkoreaner in der Tennisgeschichte in die Runde der besten Acht bei einem Grand Slam ein. "Heute Nacht ist ein Traum wahr geworden", sagte er: "Es ist eine Ehre, gegen Novak zu spielen. Als ich klein war, habe ich versucht, ihn zu kopieren. Er war mein Idol."

    Chung: Hatte noch Luft für zwei Stunden

    Das hielt Chung nicht davon ab, Djokovic dessen fortgeschrittenes Alter vor Augen zu führen. "Ich bin jünger als Novak, für mich hätte es noch zwei Stunden so weiter gehen können", sagte er.

    Am Mittwoch geht es für Chung, der 2017 das Saisonfinale der besten U21-Spieler in Mailand gewonnen hatte, im Viertelfinale gegen die andere Turnierüberraschung weiter: Tennys Sandgren aus den USA. 

    Nach vier gescheiterten Anläufen in der Qualifikation hatte sich der 26-Jährige in diesem Jahr zum ersten Mal für das Hauptfeld in Melbourne qualifiziert, nutzte die Schwäche des Schweizers Stan Wawrinka sowie die Unerfahrenheit des Nürnbergers Maximilian Marterer aus und kämpfte auch den Österreicher Dominic Thiem nieder.

    Nach dem 6:2, 4:6, 7:6 (7:4), 6:7 (7:9), 6:3 in fast vier Stunden sagte Sandgren von sich selbst erstaunt: "Keine Ahnung, ob das ein Traum ist oder nicht."

    Modell Federer funktioniert nicht

    Djokovic erwachte derweil unsanft aus seinem Traum, sich mit dem siebten Titel zum alleinigen Rekordsieger in Melbourne zu krönen. Gegen Chung ließ er sich am rechten Fuß behandeln, am Samstag hatte sein Rücken gezwickt - und der Ellbogen will einfach nicht besser werden.

    Wie es nun weitergeht, konnte Djokovic nach dem Aus noch nicht sagen, allerdings muss er sich eingestehen, dass die sechs Monate Pause vor dem australischen Tennissommer nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben.

    Dabei hatte sich Djokovic ein Beispiel an Roger Federer genommen, der Schweizer war 2017 nach einem halben Jahr Auszeit mit dem Titelgewinn in Melbourne auf die Tour zurückgekehrt. Anders als Djokovic ist Federer das Alter kaum anzumerken, nach dem 6:4, 7:6 (7:3), 6:2 gegen den Ungarn Marton Fucsovics ist der 36-Jährige noch immer ohne Satzverlust. 

    Im Halbfinale könnte Federer auf Chung treffen. Melbourne freut sich bereits auf das nächste Generationenduell. 



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